Osternachricht vom Tent of Nations

Liebe Freunde,

wir leben in einer Zeit, in der sich alles um uns herum erschüttert anfühlt und die Zukunft unsicher erscheint. Wir werden Zeugen von Leid und Ungerechtigkeit und fragen uns: Wie können wir in einer solchen Zeit im Glauben leben? Warten wir auf Stabilität, bevor wir handeln, bevor wir hoffen, bevor wir lieben? Oder stehen wir jetzt fest, verwurzelt nicht in der Ungewissheit dieser Welt, sondern in den Verheißungen Gottes?

Wir sind nicht dazu berufen, in Angst zu warten, sondern im Glauben zu leben, im Vertrauen darauf, dass Gott denen treu bleibt, die ihre Hoffnung auf ihn setzen. Das ist die Botschaft von Ostern, es ist eine kraftvolle Verkündigung des Sieges. Sie verkündet, dass das Leiden uns nicht definiert und dass der Tod selbst besiegt wurde. Jesus Christus ist dem Schmerz nicht aus dem Weg gegangen, er hat sich ihm voll und ganz gestellt und das Kreuz mit Liebe und Vertrauen in den Vater getragen. Durch sein Opfer und seine Auferstehung hat er eine ewige Wahrheit offenbart: dass die Dunkelheit das Licht niemals überwinden kann und das Böse niemals das Gute besiegen wird.

Selbst wenn sich die Hoffnung unter der Last der Welt begraben anfühlt, erinnern wir uns daran, dass Samen in der Dunkelheit wachsen. Ein Großteil der Arbeit eines Baumes geschieht unsichtbar, tief unter der Erde, bevor er emporwächst und Früchte trägt. Ebenso sind wir aufgerufen, treu zu bleiben, zu lieben, wenn es uns viel kostet, für Gerechtigkeit einzustehen, wenn es schwierig ist, und durchzuhalten, wenn sich nichts zu ändern scheint. Das ist die Art von Glauben, die die Welt verwandelt – ein lebendiger, aktiver und mutiger Glaube, der das Licht Christi widerspiegelt.

Im Zelt der Nationen halten wir trotz der vielen Herausforderungen und Unsicherheiten, denen wir gegenüberstehen, fest an dieser Berufung. Angesichts von Not entscheiden wir uns für den Glauben statt für Angst, für Hoffnung statt für Verzweiflung und für Liebe statt für Hass. Wir weigern uns, uns einem Geist der Niederlage zu ergeben. Stattdessen erheben wir uns als Volk Gottes, berufen, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein.

Ja, wir trauern. Ja, wir sind frustriert. Ja, wir erleben tiefe Zerbrochenheit. Aber wir verharren nicht in Verzweiflung. Wir stehen im Glauben auf und legen die Opfermentalität ab.

Die Dunkelheit des Karfreitags war real, aber sie war niemals das Ende. Die dunklen Wolken, die sich zusammenzogen, brachten Regen, der die Erde nährte und sie auf neues Leben vorbereitete. Und am dritten Tag wurde der Stein weggerollt, Licht durchbrach die Dunkelheit, und das Leben triumphierte über den Tod.

Lasst uns also nicht müde werden, Gutes zu tun, und lasst uns unsere Herzen angesichts des Leidens nicht verhärten. Lasst uns stattdessen zu Boten der Liebe Gottes in einer Welt werden, die sein Licht so dringend braucht.

Lasst uns in der Auferstehung leben, nicht nur in Worten, sondern in unserem täglichen Handeln, im Mut, aufzustehen und die Wahrheit zu sagen, in der Bereitschaft zu lieben und in der Entschlossenheit, nicht aufzugeben. Wir sind dazu berufen, das Tal der Tränen in eine Quelle des Lebens zu verwandeln.

Möge dieses Osterfest euren Glauben stärken, euren Geist erneuern und euch mit einer tiefen und beständigen Gewissheit erfüllen, dass Christus die Welt überwunden hat.

Christus ist auferstanden.

Er ist wahrhaft auferstanden

Und mit ihm erwacht unsere Hoffnung, stark, unerschütterlich und lebendig.

Mit Glauben, Liebe und standhafter Hoffnung

Daoud Nassar